13 September 2016

Erster Schultag und Freunde finden

Am Abend vor meinen ersten Schultag war ich schrecklich aufgeregt und ich muss gestehen ich hatte echt Angst. Ich meine ich gehe alleine in eine Schule mit um die 4000 Schüler wo ich niemanden kenne. Ich spreche nicht fließend die Sprache und bin dann auch nicht mit der Kultur oder der Mentalität vertraut. Keiner kann mir sagen, dass er da nicht Angst gehabt hätte.

Grundsätzlich war mein erster Tag aber weit aus besser als ich erwartet hatte. Alles war so neu und aufregend. Am ersten Tag haben wir nicht viel gemacht. Meine Schule ist sehr high tech, jeder Schüler hat einen eigenen Laptop und die ganze Schule ist über ein ,,Netzwerk'' namens Edmodo vernetzt. Edmodo ist die Seite wo jede Klasse eine eigene Gruppe hat. Den Gruppen kannst du nur über einen Code betreten,  den du von den Lehrern bekommst. In dieser Gruppe werden dann Hausaufgaben oder Erinnerungen gepostet. Außerdem werden die Dateien hochgeladen, welche im Unterricht besprochen wurden oder für die Hausaufgaben helfen. Das ist alles ganz schön schwer zu erklären wenn man es nicht selber sieht!
 
Das ganze haben wir dann also am ersten Tag erstmal organisiert. Außerdem haben wir am Anfang jeder Stunde ein Video geguckt, wo ein Lehrer verschiedene Themen angesprochen hat. Die Themen waren zum Beispiel Dress code, Benehmen, Verspätungen und generelle Schulregeln. Generell muss ich jetzt nach meinen ersten Wochen Schule sagen. Es ist anders als ich mir es vorgestellt hatte. (zumindest an meiner Schule) Es gibt eine Menge strikte Regeln wie zum Beispiel den Dress code. Welcher unteranderem Hosen mit Löchern verbietet. Deine Tops müssen 3 Finger breit deine Schulter bedecken und deine Hose muss mindestens 3 Finger breit über deinem Knie enden. Am Anfang dachte ich, dass ich gar nichts anziehen kann und es gerade in Florida, wo es doch so unfassbar warm ist schrecklich ist mit langer Hose rumzulaufen. Direkt in der zweiten Woche hatte ich einen Pulli an haha. Alle Gebäude in Florida sind wegen der Klimaanlage unfassbar kalt, auch unsere Schule, was es einem auch ein bisschen leichter macht sich an den Dresscode zu halten. Trotzdem mag ich es nicht draußen zu schwitzen und drinnen zu frieren. Die Amerikaner kennen irgendwie nicht eine perfekte Mittel Temperature. Der Dresscode ist aber nicht das eigentlich Schlimme. Was mich echt überrascht hat ist, wie behütet man hier in der Schule ist. Zumindest ist es in meiner so. Du wirst hier indirekt zu deinen Noten geführt. In Deutschland ist es bei den meisten Lehrern so, dass wenn du schlecht in der Schule bist, sie dich unterstützen. Du bist aber immer noch selbst für dich verantwortlich. Hier fühlt es sich mehr so an als ob jeder Schritt begleitet und von deinem Lehrer an der Hand geführt ist.

Was jetzt wahrscheinlich alle brennend interessiert, wie ist es mit dem Freunde finden. Viele Menschen haben mir gesagt, dass es sehr leicht ist Freunde zu finden, da Amerikaner total offen sind und freundlich. Leider musste ich halt eine andere Erfahrung machen. An meiner Schule bin ich eine der wenigen Austauschschüler! Meine Schule hatte insgesamt um die 4 Austauschschüler über 7 Jahre verteilt. Bei 4000 Schülern ist das nichts. Ich bin eigentlich auch nur in die Schule rein gekommen, da mein Gastvater Lehrer an meiner Schule ist und ein gutes Verhältnis zu meinem Direktor hat. Das Problem an meiner Schule war halt, dass 1. Viele nicht wussten was ein Austauschschüler ist und noch nie etwas darüber gehört haben 2. Viele dachten ich wäre hier her gezogen und 3. Alle mit ihrem eigenen Kram beschäftigt waren. In meiner ganzen ersten Woche habe ich also keine richtigen Freunde gefunden. Außer ein Mädchen, welches ich schon in der ersten Woche kennen gelernt habe, habe ich mit den Meisten Menschen mit denen ich die erste Woche verbracht habe nun nichts mehr zu tun. Das wichtige beim Freunde finden ist halt einfach, dass du auf die Menschen zu gehen musst. Meistens musst du die Person sein die auf den Anderen zu geht und ein Gespräch anfängt. Du solltest offen für alles sein und möglichst viel ausprobieren. Und ganz wichtig dabei nicht den Mut verlieren. In meiner ersten Woche war ich den zweiten und dritten Tag sehr enttäuscht und deprimiert. Aber jetzt lache ich drüber, weil es halt normal ist. Niemand kann in den ersten Tagen Freunde finden. Das kommt einfach mit der Zeit. Leider bin ich nur einer der ungeduldigsten Menschen überhaupt, was es halt nicht gerade leichter gemacht hat. Was aber echt beim Freunde finden hilft ist Sport. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es im Unterricht schwer ist Freunde zu finden. da ja 1. in Amerika jeder einen einzel Tisch hat, du dich 2. Im Unterricht konzentrieren musst, weil du sonst nichts verstehst (war bei mir zumindest so) und du 3.auch nach dem Unterricht nicht viel Zeit hast, da du dich dann beeilen musst um zu deinen nächsten Kurs zu kommen. Denn wenn du hier zu spät kommst ist die Tür meistens verschlossen und du musst dich auf den Weg zum Direktor begeben. Freunde finden braucht Zeit! Ich bin mehr als glücklich, da ich jetzt durch Cheerleading und SGA schon echt viele Freunde gefunden hab.

Ich weis nicht so richtig, was ich über meinen ersten Schultag erzählen soll, da für mich jetzt alles schon so normal ist. Deshalb stellt mir am besten einfach Fragen in den Kommentaren, per mail oder über Social media. Ich freu mich immer, wenn ich euch helfen kann!

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